Lebenszeichen

Mich gibt’s auch noch. Aber viel zu erzählen habe ich trotzdem nicht. Außer vielleicht, dass ich drei Wochen in einer zugigen Schule überlebt habe und mir nun die Seele aus dem Leib huste. Was daran ist bitte fair? Jetzt will ich auch nicht mehr krank werden. Auf jeden Fall hab ich mir heute brav Hustensaft gekauft und würde am liebsten die ganze Flasche vertilgen. Aber ich glaube, dass ist nicht so gut.
Am Wochenende war eine Geburtstagsfeier im Rahmen der Familie. Und da ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass ich da nicht mehr so ganz dazu gehöre. Ich lebe mein Leben mittlerweile woanders. Alle meine Verwandten wohnen, leben und arbeiten noch im gleichen Ort oder zumindest der gleichen Umgebung, wo sie auch aufgewachsen sind. Ich dagegen bin die erste, die mal nichts in der Gegend bekommen hat und etwas mehr als 100km weiter weg wohnt. Aber das scheint keinen zu stören. Für alle anderen ist das normal. Für mich leider nicht mehr. Das ständige Reisen macht mich fertig. Ich vergesse laufend Sachen. Wo hab ich die nun schon wieder gelassen? Im Moment vermisse ich meine liebste Lieblingsschildkröte und ich habe keinen blassen Schimmer, wo sie sein könnte. Und ich vermisse sie so :( Ich brauche nun mal meine Kuscheltiere. Ente, Simba und Schildkröte. Und jetzt fehlt einer. Das ist einfach nicht zu verkraften. Das ist nämlich meine Familie.

Advertisements

nachts

Wenn man nachts nicht schlafen kann, kommen solche Notizen auf dem Handy zustande:

Ich wollte immer jemand anderes sein. Ich verhielt mich wie andere, versuchte mich daran anzupassen, kopierte gar. Ich wollte Talente in mir entdecken, die ich gar nicht hatte. Keyboard, Gitarre. Musikprofi werden. Tanzen gehen, Sport machen, Alkohol trinken, Feiern. Jahrelang habe ich versucht mich anzupassen. Und nun muss ich erkennen, dass ich das gar nicht bin. Ich bin jemand ganz anderes. Ich bin unmusikalisch, trinke nicht, feiere nicht. Ich sollte nicht mehr versuchen andere zu kopieren. Das wird schief gehen. Denn ich bin jemand eigenes. Ich bin ich.

Äußerst philosophisch. Oder sowas.

PS: Bitte noch für Lila voten :) Sie hat eine so tolle Geschichte geschrieben.

Hallo neues Jahr!

Na 2012? Wie gefällt’s dir in unserer Welt? Ich finde du hast dich schon super eingewöhnt. Denn bisher hab ich noch nichts zu beanstanden. Und das ist äußerst ungewöhnlich.
Es ist Januar. Kaum zu glauben. Draußen regnet es fast ununterbrochen. Und wenn es mal nicht regnet, dann stürmt es. Die Sonne kommt nur raus, wenn man sich in dem zugigen, alten Gebäude namens Schule befindet. Oder auf dem Weg nach Hause im Zug. Der Winter war bei uns noch nicht. Eher wechselt sich der Frühling mit dem Herbst ab.