Schöne Momente

Als ich heute so vom Weihnachtsmarkt kam, Schmalzkuchen essend (mal eine gute Sache, die ich in Magdeburg kennengelernt habe) und mit dem Gedanken, dass alleine auf einen Weihnachtsmarkt gehen total doof ist, vor allem, wenn man schon in Gesellschaft nicht gerne hingeht, musste ich an Bernd Stelter denken. (Schachtelsatz Ende.) Eigentlich war es mein Ziel eine schöne Mütze zu kaufen, die ich auch schon letztes Jahr dort erstanden hatte (nur halt für nicht für mich). Aber natürlich hatte sie die nicht mehr, sodass ich mit Handschuhen wiederkam, die die gleiche Farbe und das gleiche Muster haben, wie meine jetzige Mütze. Was ja auch nicht schlecht ist. Ist euch eigentlich schonmal aufgefallen, dass man in der Stadt schief angeguckt wird, wenn man eine Mütze aufhat? Versteh ich nicht. Aber vielleicht bin ich einfach durch und durch Dorfkind.
Aber um zu Bernd Stelter zurückzukommen. Er hat in einem Radiointerview mal gesagt, man muss abends bevor man schläft, einfach mal an ein paar schöne Dinge vom Tag denken. Das kann ein leckerer Tee oder ein bequemer Sessel sein. Und in meinem Fall sind es zwei schöne Situationen, die mich in diesen trüben Tagen zum Schmunzeln gebracht haben:

  • Ich stehe genervt auf Arbeit am Fahrstuhl und warte auf  eben diesen. Natürlich braucht er mal wieder besonders lange. Da gesellt sich ein junger Mann mit seiner Tochter (etwa 3 Jahre jung) zu mir. Wie aus heiterem Himmel und mit engelhafter Stimme sagt die Kleine: „Ich hab dich lieb, Papa.“ Und der Papa antwortet: „Ich hab dich auch lieb, mein Schatz.“
  • Ich bin im Moment in der Kinderbibliothek und stelle schon zum zigsten Mal Bücher ein und räume hinter den Kindern ein. Mir schwirrten schon die Buchstaben im Kopf. Da hörte ich ein stolzes „Ja!“ hinter meinem Rücken. Der Kleine hat erfolgreich einen hohen Turm gebaut und war wahnsinnig stolz: „Kinder in meinem Alter können das nämlich schon.“ – „Wie alt bist du denn?“ – „Fünf! […] Aber noch nicht lange.“

Das sind solche Situationen, in denen man mal einen Moment nicht genervt oder gehetzt ist. Sondern einfach mal glücklich und gerührt.
Das werden dann wohl meine Gedanken heute Abend. Kurz vor dem Einschlafen.

So furchtbar alt

Als kleiner Nachtrag: Ich habe noch eine dritte Karte verschickt. Und jetzt heißt es warten.

So langsam übertreibe ich es mit meinen Blogeinträgen. Das wird ja sogar schon mir unheimlich.
Aber ich muss mal was feststellen: Ich fühle mich wahnsinnig alt. Nicht von der Gesundheit her, sondern wegen meinem Verhalten.
Nur als Beispiel: Ich gehe gerne früh ins Bett und komme unglaublich aus dem Gleichgewicht, wenn das mal nicht so ist. Ich mag keine Parties und Feiern und habe eine große Abneigung gegen Alkohol und Rauchen entwickelt. Ich meckere schon wie eine alte Frau und werde wahnsinnig vergesslich. Nur das, was ich vergessen will, bleibt natürlich im Kopf. Ich brauche meine festen Zeiten und Tagesabläufe, sonst gerät alles ins Schwanken.
Und jetzt warte ich auch noch sehnsüchtig darauf, dass ich Post bekomme. So als würde gar keiner mit mir reden.

Aber ich bin doch noch gar nicht so alt?! Oder ist das völlig normal?

Ein bisschen Sonnenschein

Auch wenn die letzten Tage total grau waren, heute ist etwas Sonne in der Welt und ich muss mal wieder optimistischer denken. Deswegen heute mal ein positiver Eintrag (kleine negative Seitenhiebe kann es natürlich geben).

Das Bild ist in Hamburg entstanden (schwer zu erraten, was es ist, oder?) und war vor gut einem Monat. Komisch, mir kommt die Zeit viel länger vor, irgendwie kriecht zur Zeit alles. Aber es erinnert mich an einen schönen Tag und das tut mir im Moment gut.
Als launisches krankes Wesen Zuhause (am Montag werd ich wahrscheinlich die Schulbank wieder drücken, ob mein Kopf will oder nicht) triste ich hier meinem Dasein. Und dann lese ich bei der lieben Cathrin über Postcrossing. Was bitte ist das denn Fabelhaftes? Man meldet sich an, schickt ein paar Postkarten in alle Welt und kriegt irgendwann dann auch wieder welche zurück? Erst dachte ich, es wäre nur ein Traum. Aber anscheinend muss es supergut funktionieren. Also machte ich zwei Postkarten fertig, einmal in die Niederlande, einmal nach Brasilien. Und jetzt warte ich ab, ob diese ankommen und ob ich dann auch irgendwann welche bekomme. Und woher. Und wie sie aussehen. Ich bin so aufgeregt.
Aber da gleich mal eine Frage an meine Post-Experten: Braucht man den Luftpostaufkleber? Oder reicht es, wenn ich neben die Briefmarke nett „Luftpost“ oder „Air Mail“ oder so was krizele? Das Internet plaudert mir da zu viel.

Und jetzt trinke ich weiter Tee, braue auf Pottermore fleißig meinen Zaubertrank (was mir eindeutig zu lang dauert; wahrscheinlich bin ich keiner guter Hogwarts-Schüler) und überlege, ob ich nicht noch eine dritte Karte abschicke.

Wenn

Wenn man versucht das Beste daraus zu machen.
Wenn es scheitert.
Wenn man nicht mehr weiter weiß.
Wenn man verzweifelt ist.
Wenn sich der Körper gegen den Kopf wehrt.
Wenn die Lebenslust verschwunden ist.
Wenn man stumm nach Hilfe schreit.
Wenn man nicht gehört wird.
Wenn man Luft ist.
Wenn man sich in anderen Welten wohler fühlt.
Wenn alles zu Ende zu sein scheint.
Wenn alles wehtut.

Dann… kommt ein „dann“, dass nie vollendet wird.