Der Moment

Die Müdigkeit durchfließt noch den ganzen Körper. Unbeweglich liegt sie da. Ganz langsam heben sich die Lider. Ein kleiner Schwall an Licht trifft die Augen. Schnell die Augen wieder zu. Der Schutz der Dunkelheit lässt sie wissen, dass sie sicher ist. Ein seltenes Gefühl schleicht sich ein: Glücklichkeit, Zufriedenheit. Nocheinmal versucht sie die Augen zu öffnen. Es geht ihr gut. Wieder treffen sie ein paar Sonnenstrahlen. Doch diesmal ist es anders. Die Realität kehrt zurück. Gedanken strömen. Es ist alles, wie vorher. Genau so, wie am Abend zuvor, als Tränen die Wangen entlangkullerten und sie nicht gedacht hat, dass sie überhaupt fähig ist zu schlafen. Als sie sich in den Schlaf geweint hat. Es ist alles wieder da. Es war nie weg.

Aber der Moment war schön. Dieser kurze Moment.

Sehnsucht


Heute habe ich ernsthaft gedacht, es sei Frühling. Im Februar. Mir ist gar nicht nach Februar, eher nach April. Nach April 2010. Spezieller: der 14. April 2010. Der Tag an dem ich den Botanischen Garten in Göteborg besuchte. An dem das Foto entstand. Genau SO war der Tag heute. Sonnig, kalt, Vogelgezwitscher, eine glückliche Atmosphäre.
Ich hänge im Moment sehr der Zeit vom letzten April nach. Also ob da alles einfacher und besser war. Besser war es auf jeden Fall. Einfacher auch. Leider hab ich das erst im Nachhinein gemerkt.
Es versetzte mich in einen Freudentaumel wieder einen Flug in die zweitgrößte Stadt Schwedens zu buchen. Im August. Eine Woche mitten in Schweden. Mit der Familie. Gibt es eigentlich etwas besseres?
Verdrängen soll ja angeblich nicht gut sein. Aber wenn man an etwas Schönes in der Zwischenzeit (zurück)denkt, dann finde ich Verdrängen spitzenmäßig.