old vs. new

Januar14-085Zwischen diesen Bildern liegen fast 10 Jahre. Zehn Jahre! Ist das zu glauben?
Den Damaligen musste ich machen lassen, weil ich mit der Schule nach London wollte und ich noch keinen Personalausweis hatte (da noch nicht 16).
Den Jetzigen musste ich machen lassen, weil ich schon wieder nach London will. Aber nur als Zwischenstopp für drei Stunden. Denn dann geht die große Reise erst richtig los.
(PS: Ich mag beide Bilder nicht!)

Weil es Heimat ist

In meinem Fall ist es ganz klar: Als ich ausgezogen bin, habe ich meine Heimat um so mehr schätzen gelernt, als ich es früher je getan habe. Umso saurer, genervter und beleidigter reagiere ich auch auf böse Worte gegen die Orte aus denen ich komme und in denen ich aufgewachsen sind. Mittlerweile kann ich auch keine Stadtkinder mehr leiden, die denken, die Welt dreht sich nur um ihre Stadt. Ich weiß gar nicht, warum es mich damals so sehr in eine Stadt gezogen hat. Ich will dort eindeutig nicht mehr leben. Diese Anonymität, diese Aroganz, diese Einbildung auf etwas Besseres. Ich will ja nicht sagen, dass die Dorfkinder besser sind. Aber es ist alles familiärer. Und man hält zusammen…und ist nicht dagegen. Ich mag das Land und kann es mir auch nicht mehr vorstellen, für immer in einer Stadt zu leben. Für eine Zeit geht das. Aber nicht für immer.
Und nachfolgende Bilder erweisen vielleicht einen Einblick, warum ich grade zu den Texten komme. Vielleicht liegt es am Herbst, aber vielleicht auch an der Heimat.

Im Moment

Dinge, die ich mag:
– abends mit einer Tasse Tee im Bett sitzen und etwas Schnulziges gucken
– im Einstellraum im Stockdunkeln stehen und warten, bis das Licht vom Fahrstuhl kommt
– „Harry Potter und der Orden des Phönix“ spielen und dabei seit langem mal wieder die Zeit vergessen
– umräumen in der 32m²-Wohnung
– Sachen finden, die die Leser suchen
– Spätdienst, da ist alles irgendwie gelassener
– ausschlafen und am nächsten Morgen von der Sonne geblendet werden
– Ente und Simba: die Tröster, die da sind, wenn man sie braucht

Dinge, die ich nicht mag:
– zugeben, dass Smartphones gar nicht sooo schlimm sind
– keine schönen Fotomotive zu haben
– alleine sein

Ein Vogel wollte Hochzeit machen …

In unserem Garten muss man aufpassen, wie, wann und wo man ihn durchquert. Es könnte eine Amsel an den Kopf fliegen.

Als erstes lasse man sich von Mama-Amsel verscheuchen, nachdem Papa-Amsel ein gekonntes Täuschungsmanöver vollzogen hat. Nachdem Mama-Amsel nun die kleinen gefüttert hat, war die Luft rein.

Sind sie nicht süß die Kleinen? Sie machen ein Nickerchen bis Mama-Amsel wieder kommt. Es bricht einem das Herz, dass schon zwei verstorben sind :(
Und wenn man nicht aufpasst, ist Mama-Amsel ruckzuck wieder da und die Kleinen haben wieder großen Hunger.

Winter

Die Bilder entstanden Anfang November, als die Sonne schien und der Herbst sich noch einmal von seiner schönsten Seite zeigte. Jetzt haben wir schon Dezember, ich habe schon fünf Mal das Türchen am Kalender aufgemacht und es liegt genug Schnee, um damit mit der Bahn stecken zu bleiben. Im Allgemeinen mag ich eigentlich den Winter. Außer ich muss mit öffentlichen Verkehrsmitteln versuchen durch die Gegend zu kommen. Zwei Stunden länger habe ich am Freitag nach Hause gebraucht. Und das bei reguellen drei Stunden Fahrt. Ich war mehr als geschafft vom Warten, Ärgern, Frieren und Warten. Vom Warten wird man müde. Jetzt muss ich erstmal nicht mehr so weit, allerdings muss ich auch wieder die Bahn benutzen. Denn selbst mit dem Auto ist es eine Zumutung die Straßen zu benutzen. Ich habe noch keine Lust auf Arbeiten. Viel lieber wäre Urlaub jetzt ganz toll. Aber ich habe dieses Jahr keinen Urlaub mehr. Nicht mal zwischen Weihnachten und Neujahr. Da heißt es auch wieder arbeiten. Mir ist noch nicht wieder nach Alleinesein. Es ist zwar der Weihnachtsmarkt geplant, allerdings nimmt das gerade mal einen Nachmittag/Abend in Anspruch. Der Rest des Dezembers wird sich auf Zuhause gefreut. Auch am Nikolaus steckt mir dieses Jahr niemand etwas in die Schuhe. Es wird wohl eine einsame Adventszeit werden. Ich habe unseren Adventskranz noch nicht einmal brennen sehen. Ich mag Sonntag nicht. Sonntag bedeutet Verabschiedung und Hoffen, dass der Freitag schneller kommt, als man denkt.

Schönen 2. Advent!