Gelesen im September ’12

Gerade noch im Stehen, auf die Straßenbahn wartend, das Buch zu Ende gelesen, kann ich mich bereits an meine Lesestatistik für diesen Monat setzen (denn ich bezweifle, dass ich heute noch ein Buch lesen werde ;)). Let’s go!

1. Manon Straché : Leise jedoch kann ich nicht
Frau Straché, dies war ein sehr schönes Buch, ich war ganz traurig als es zu Ende war. Für alle die sie nicht kennen: In Magdeburg (jaha) geboren, bei Leipzig aufgewachsen, wieder zurück nach Magdeburg und später in Leipzig studiert. Später war sie im Westen, machte sich als Elfie Gerdes in „girlfriends“ einen Namen und ist eine durchaus sympatische Frau. Auf den Tag genau vor 2 Jahren hatte sie bei uns in Bibliothek gelesen und diese Lesung ist mir in bester Erinnerung geblieben, sie war witzig, nachdenklich und man ging mit einer positiven Stimmung wieder heraus. In diesem Buch beschreibt sie ihr Leben, im „Osten“, wie im „Westen“. Es ist ihre Geschichte der Geschichte. (Es lohnt ein Blick auf ihre Website, die Biografie ist köstlich geschrieben.)

2. Charles Scott Richardson : Das Ende des Alphabets
Ein kleines, aber feines Buch. Ein Mann mitte 50 erfährt, dass er nur noch einen Monat zu leben hat. Und da er einen Faible für das Alphabet bestitzt, versucht er in den ihm noch verbleibenden Tage an Orte zu reisen, nach dem Alphabet halt. Aber schon bald muss er das Unterfangen abbrechen, auch seiner Frau zuliebe.
Ja, es ist ein kleines Buch für zwischendurch, aber hat mich jetzt nicht hellauf begeistert.

3. Kristin Hannah : Das Geheimnis der Schwestern
Mein erste vorablesen.de-Buch :) Habe mich sehr darüber gefreut….und auch schon eine Rezension dazu abgegeben ;)

4. T Cooper : Lipshitz
Die Familie Lipshitz wandert nach den Progromen in Russland Anfang des 20. Jahrunderts nach Amerika aus. Endlich in New York angekommen, verschwindet ihr Sohn Ruben noch auf Ellis Island. Gut zwanzig Jahre später (die Familie ist mittlerweile in Texas) ist Mutter Esther davon besessen, dass Charles Lindbergh (der soeben zum ersten Mal den Atlantik mit einem Flugzeug überwunden hat) ihr verlorener Sohn ist. Die Geschichte endet 2002 mit T Cooper (dem Autor), ein Nachfahre der Familie Lipshitz, der versucht ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.
Ehrlich gesagt, hätte das Ende nicht mehr bedurft, ansonsten war das Buch echt empfehlenswert.

5. Sir Arthur Conan Doyle : Die Memoiren des Sherlock Holmes
Soeben zu Ende gelesen. Wie immer ein gelungenes Werk von Herrn Doyle. Und es liegt mir noch etwas im Magen, denn die letzte Erzählung in diesem Band war „Das letzte Problem“ und alle, die die BBC-Serie „Sherlock“ verfolgten, wissen, was ich damit meine.

4 der Bücher waren aus der Bibliothek, das 5. wurde mir von vorablesen.de zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank nochmal dafür :)

Und nun bleibt die spannende Frage, was ich als nächstes lesen werde. Ich hatte eigentlich vor „Cassia & Ky“ anzufangen, da ich das noch auf meinem Bibliothekskonto habe, allerdings ist heute ein neues vorablesen.de-Exemplar ins Haus geflattert, auf das ich sehr gespannt bin.
Immer diese Bücher.

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Schatten

Aus einem familiären Anlass sind wir heute in ein Restaurant gegangen.
Schon vorher machte ich mir Gedanken. Die Enge, der Geruch, der Alkohol, die aufgesetzte glückliche Stimmung.
Wir machten uns auf, es ist ja nur die Straße entlang. Auf den Parkplatz fuhr ein VW-Bus, voll mit Geburtstagsgästen.
Wir hatten unseren Stammplatz, die Bestellung wird aufgenommen, bei fast allen das Gleiche, wie immer.
Es war voll, jeder Platz besetzt. Überall Gläser, in klein und groß, mit Alkohol.
Ich riss mich zusammen, so gut ich konnte.
Zwischen dem Salat und den überbackenen Reisnudeln hielt ich mir für eine Minute die Ohren zu.
Die laute Geräuschkullisse wurde leiser, die Gespräche dumpfer. Ich sah die Leute reden, beobachtete ihre Mimik und Gestik, alles war ein wenig friedlicher. Ich nahm die Finger wieder von den Ohren, die Lautstärke rauschte mir entgegen.
Das Essen war lecker, ich versank darin. Und hoffte bald nach Hause zu kommen. Die blanke Angst stieg wieder in mir hoch, ich schluckte die Panik mit dem Essen runter.
Ein Junge saß weiter hinten mit großen weißen Kopfhörern. Die hätte ich auch gerne.
Irgendwann gab es endlich die Rechnung, dann noch einen Kinderschnapps leckeren Saft.
Zuhause angekommen sind alle zu lustig drauf. Die Nacht wird nicht angenehm, die Gedanken werden kreisen. Und die Kneipe nebenan feiert Oktoberfest.

Es ist nicht leicht einfach über seinen Schatten zu springen. Die Bilder sind einfach immer da.

Hej hej

Meine erste Schwedisch-Stunde an der Volkshochschule ist überstanden. Und ich hab mich gar nicht mal so blöd angestellt, finde ich. Ich konnte mich vorstellen und sagen, was ich mache, was ich mag, was ich nicht mag. Yeah!
Ich bin die Jüngste im Kurs, bisher stört es mich noch nicht. Wird bestimmt lustig.
Und Schwedisch hören könnte ich die ganze Zeit. Ich finde es immer noch eine wunderschöne Sprache (auch wenn es bei mir eher holprig klingt), aber wenn es eine waschechte Schwedin spricht, habe ich rein gar nichts dagegen ;)

Ich habe schon wieder ein vorablesen.de-Buch gewonnen. Ich gewinne sonst nie was, und dann gleich zwei Bücher. Wow.

Ach ja, und ich lese im Moment den zweiten Erzählband von Sherlock Holmes. Nur lovelybooks hat das irgendwie noch nicht geschnallt:

Vielleicht sollte Sherlock umschulen? ;)

Kennt ihr das,

wenn man partout nicht verstanden wird?
Man schreibt Briefe, E-Mails, SMS, sucht immer wieder von neuem nach Erklärungen, nach den richtigen Worten.
Man spricht mit den Leuten., muss mit sich selber kämpfen.
Und dann?
Wird man wieder nicht verstanden, weil sie es sich einfach nicht vorstellen können.
Ich werde es einfach lassen. Wenn ich kann.

Rezension: „Das Geheimnis der Schwestern“ von Kristin Hannah

Dies ist meine erste ernstzunehmende Rezension (für vorablesen.de). Also bitte nicht so streng sein.

In diesem Buch steht die Familie Grey im Mittelpunkt. Die Mutter der drei Schwestern Winona, Aurora und Vivi Ann verstarb früh an Krebs. Seitdem ist auch der Vater undurchschaubar und zeigt keine Gefühle. Doch die Schwestern haben sich geschworen immer zusammenzuhalten, egal was passiert.
Vivi Ann, die jüngste und schönste Schwester, die die Pferderanch am Leben hält, geht eine Beziehung mit Luke ein. Für den hegt aber Winona starke Gefühle, sagt aber nichts. Alle merken sehr schnell, dass Vivi Ann Like nicht liebt, andersherum ist dies jedoch der Fall. Als Winona einen neuen Rancharbeiter einstellt, ahnt sie nicht, was dies für Folgen haben wird.
Der Roman erzählt von Zusammenhalt, Liebe, Eifersucht und Hoffnung. Schicksalsschläge einen und trennen die Geschwister im Laufe der Jahre immer wieder. Die Hauptgeschichte spielt in einem Zeitraum von etwa 15 Jahren (sieht man vom Prolog ab).
Der Titel passt nicht wirklich, da es nie ein richtiges Geheimnis gegeben hat, Ich war immer auf der Suche nach dem Geheimnis, das es doch gar nicht gab.
Die einzelnen Charakter sind alle auf ihre Weise gelungen. Aurora war mir am sympathischsten, weil sie immer das Bindeglied der Familie spielte und immer wusste, wann Schweigen angebracht war und wann Redebedarf herrschte. Vivi Ann und Winona hatten immer so ihren Zwist, wobei mir Winona mit ihrer unüberlegten Art manchmal auf die Nerven ging. Aber doch konnte ich mit beiden mitfühlen.
Der Schreibstil war flüssig und so hatte ich das 488 Seiten starke Buch doch recht schnell durch. Das Cover gefällt mir sehr gut, wobei vielleicht 3 Personen abgebildet hätten können, anstatt nur einer. Auch finde ich schön, dass Abbildungen auf dem Buchblock sind. Das kannte ich vorher noch nicht.
Mein Fazit: Ein sehr schönes Buch über Liebe, Eifersucht und Hoffnung mit einem versöhnlichen Ende. Jedem, der Familiengeschichten mag, würde ich dieses Buch empfehlen.

Gelesen im August ’12

Ich sitze hier grad im Bademantel, muss erst Nachmittag arbeiten (ich habe einen kurzen Tag) und mein Blick fiel auf mein Bücherheft. Und da ich so gerne Statistik schreibe und Listen führe, dachte ich mir, kann ich das auch mal auf den Blog übertragen. Damit nicht nur ein Selbstmitleidsgeschwafel draus wird.

Hier also alle gelesenen Bücher (es sind für mich ziemlich viele) im Monat August (ich weiß, ich bin spät dran):

1. Sir Arthur Conan Doyle : Die Abenteuer des Sherlock Holmes
Ich lese nach und nach alle Sherlock Holmes-Bücher und ich liebe sie einfach. Ich bin durch die BBC-Serie „Sherlock“ (sehr zu empfehlen!) drauf gekommen. Ich bin sonst kein Krimi-Fan, aber Sherlock ist was anderes. Dort geht es nicht um die Tat des Mordes, es nicht mal immer ein Mord dabei, manchmal sind es ganz einfache Delikte, sondern um die  Aufdeckung der Tat. Und das tut Sherlock Holmes (mithilfe von Dr. Watson natürlich) mit seinem scharfen Verstand ganz großartig.

2. Cathleen Schine : Eine Liebe in Manhattan
Das Buch habe ich auf Arbeit entdeckt. Es geht um eine Straße in Manhattan, in der die verschiedensten Charaktere leben. Jede Geschichte wird auf seine eigene Art erzählt und irgendwie gehören auch alle Charaktere zusammen. Ein herzerwärmendes Buch. Und man lernt New York auf eine andere Art kennen.

3. Karin B. Holmqvist : Manneskraft per Postversand
Dieses Buch wurde mir auch auf Arbeit empfohlen. Zwei betagte Schwestern in Schweden leben in einer stetigen Routine in ihrem Elternhaus auf dem Land. Beim zugezogenen Nachbarn machen sie eine Entdeckung, die viel mit Blumenerde und zweisamen Tieren zu tun hat ;) Daraus wird dann kurz entschlossen ein Versandhandel und bei den Schwestern ist nichts mehr, wie es vorher einmal war. Sehr amüsant und niedlich.

4. Alan Bennett : Die souveräne Leserin
Ein kleines Buch über die Queen und ihrer Leselust. Seitdem sehe ich die Queen mit anderen Augen, sehr schönes Buch.

Alle vier Bücher hatte ich, wie sollte es anders sein, in der Bibliothek ausgeliehen.

Dies war meine erste, kleine aber feine, Lesestatistik. Ab jetzt hoffentlich jeden Monat :D

Jugend

Immer öfter frage ich mich, ob ich etwas falsche mache oder gar gemacht habe. Wenn ich andere von ihrer Jugend schwärmen höre, höre ich meistens nur Parties, Alkohol (ja, ich hab eine große Abneigung dagegen), Rebellion.
Das habe ich alles nicht gemacht, und wenn nicht gerne.
Habe ich Nächte durchgefeiert? Nein. Mir fällt es schon schwer Silvester wach zu bleiben.
Habe ich ausgelassen zu lauter Musik getanzt? Nein. Tanzen ist mir suspekt (ich schaue gerne zu, bei schönen Tänzen) und laute Musik überfordert mich. (D.h. ich war noch nie in einer Disko.)
War ich je mit einer Clique unterwegs? Nein. Ich hatte nie eine „Clique“.
Habe ich mich je betrunken? Ja. Und das war der größte Fehler meines bisherigen Lebens. Alkohol löst absolut keine Probleme.
Habe ich mich jemals gegen den Willen meiner Eltern widersetzt? Nein. Oder ja? Nein, nicht wirklich. Denn es gab selten Auseinandersetzungen.
Gibt es noch irgendwelche Klischees von Jugendlichen, die ich nicht bediene? Ich weiß es nicht.
Aber habe ich deswegen meine Jugend verpasst? Mache ich irgendwas falsch?
Ich habe immer diese Personen um mich, die mir sagen, ich solle mich bei Problemen an sie wenden, sie würden mir zuhören und mir helfen. Ich habe es getan, und es war wieder ein Fehler, denn sie wollen mir gar nicht helfen. Alle sind überfordert mit mir, wenn ich in Tränen ausbreche, wenn ich von meinen Problemen erzähle. Meine Mama deutete eins auf ein kleines Büchlein in meiner Reisetasche: „Was steht da drin?“ Es war mein Tagebuch. „Dinge, die mich nerven.“ – „Wollen wir darüber nicht reden?“ Das fragte sie mich, nachdem wir genau so eine Unterhaltung hatten und ich tränenüberströmt irgendein Kuscheltier umklammerte. „Nein, denn es bringt nichts.“ Das Gespräch war beendet, sie war mit mir überfordert.
Ich weiß, dass ich es den Leuten nicht einfach mache. Aber … ich kann einfach nicht mehr anders.