Buchvorstellung

Hallo ihr Lieben da draußen vor den Bildschirmen dieser Welt.
Ich habe ein Problem, oder auch nicht. Ich weiß es noch nicht so richtig.
Könnt ihr euch vorstellen, dass ich noch nie in meinem Leben eine richtige Buchvorstellung gemacht habe? (Die eine da in der 4. oder 5. Klasse zählt nicht, denn ich kann mich nicht mal mehr an das Buch erinnern.)
Und nun kommt’s. Ende November kommt eine 8. Klasse in die Bibliothek und wir sollen ein paar Jugendbücher vorstellen. Nur kurz, 5 Minuten oder so. Also eigentlich nicht die Welt. Die Bücher habe ich mir auch schon rausgesucht und werde sie mir nächste Woche (URLAUB!) zu Gemüte führen.
Jetzt kommt meine Frage: Könnt ihr mir ein paar Tips geben, was man da so mit reinstecken muss und was zu beachten ist? Ich bin kein großer Redner und habe deswegen ein bisschen (aber wirklich nur ein bisschen) Bammel.
Ich wäre euch Bücherwürmern sehr dankbar :)

Abenteuer Tür

Auf sowas kommt man ja eigentlich nicht…aussperren, wenn man den Schlüssel doch hat.
Mittwoch Abend, ich komme später als sonst nach Hause (Veranstaltung auf Arbeit), schließe die Haustür auf, gehe an den Briefkasten (wieder nix drin), wunder mich, dass Hermes sich nicht gemeldet hat, gehe über den Hof, die Treppe rauf, stecke den Schlüssel in die Wohnungstür, schließe auf, drücke dagegen…und zack, es bewegt sich gar nichts. Leichte Schwere Panik bricht in mir aus. Der Gedanke, dass jemand mich veräppeln will und die Tür zu hält, kommt mir in den Sinn, aber ich verwerfe ihn gleich (Wer besucht mich schon mitten in der Woche? Wer besucht mich überhaupt?). Als erstes Mama anrufen. „Ich krieg die Tür nicht auf!!!!“ – „Frag doch deinen Nachbarn!“ – „Was soll der denn da bitte machen?.“ Dann Hausmeister angerufen und ca. 10 Minuten gewartet. Er kriegt die Tür auch nicht auf. Ich müsste einen Schlüsseldienst rufen, mach ich, ich will ja in meine Wohnung. Schlüsseldienst hat keinen mehr frei, bei anderen Nummern geht keiner ran. Die schwere Panik gerät leicht außer Kontrolle…ich versuche Leute anzurufen (naja eigentlich nur eine Person, ich kenn ja sonst keinen hier)…nicht da. Wo soll ich nur hin? Abends, im Dunkeln, mit den Sachen, mit denen ich schon früh auf Arbeit gegangen bin. Ich war verzweifelt und frustriert. Der Hausmeister hat eine kleine Pension Zuhause. Gut, schlaf ich da, was bleibt mir auch anderes übrig. Ich bekomme Abendessen, was zu trinken, Handtuch, Zahnbürste, Zahnpasta. Als ich alleine war, heulte ich die ganze Zeit verzweifelt, meine Nerven versteckten sich wahrscheinlich in der Wohnung, bei mir waren sie jedenfalls nicht. Ich konnte mich auf nichts mehr konzentrieren, kein Fernsehen, kein Buch (als Bibliotheksmensch muss man sowas wahrscheinlich immer dabei haben), rein gar nichts. Mein Akku des hochmodernen Smartphones machte mir auch zu schaffen.
Schlaf bekam ich nicht viel, ich schlummerte wahrscheinlich nur vor mich hin. Es war mir alles zu fremd und zu plötzlich und ich fand das alles überhaupt nicht lustig. Mein TShirt war mir zu eng, aber wer denkt denn auch bitte morgens daran, dass man abends eventuell in dem TShirt schlafen muss? Niemand. Genau.
Früh duschen, punkt um 8 den Vermieter anrufen…Wartemusik, Erklärungen, nochmal Wartemusik. Sie schicken mir einen Schlosser, die Firma meldet sich bei mir. Und das tat sie, zeitnah. Ich aus der Pension raus. Wo bin ich eigentlich? Und wie um Himmels Willen komme ich zur Straßenbahn? Ich fragte ganz nett eine Frau und wahrscheinlich muss ich so verzweifelt ausgesehen haben, dass sie mir gerne antwortete.
Vor der Haustür stand schon das rote Auto. „Du bist also die Glückliche?“ Was die Leute als Glück bezeichnen, Wahnsinn! Er fummelte an der Tür, ein bisschen Draht hier, ein bisschen Draht da, und zack, ging die Tür auf. Mir entfleuchte ein: „Wohnung!“ und der Mann muss mich wohl für geisteskrank gehalten haben.
Ich hatte sie wieder, meine Wohnung. Und noch nie wahr ich erleichterter darüber, als heute. (Und noch nie wurde mir bewusst, wir sehr ich diese Stadt nicht mag.)
Home sweet home.

Ich bin Hazel, …

… sagte ich, wenn ich an die Reihe kam. Sechzehn. Ursprünglich Schilddrüse, aber mit umfänglichen und hartnäckigen Metastasen in der Lunge. Und es geht mir ganz gut heute.

Es war ein Mittwoch Nachmittag, ich wollte nur mal kurz reinlesen. Und dann war es auf einmal Abendbrotzeit und ich war schon bei der Hälfte angelangt. Ich weiß nicht, wie ich dieses Buch beschreiben soll. Mitgenommen habe ich es wegen seinem Titel, und ein paar Stunden zuvor habe ich den „Bestseller 2012“-Aufkleber am oberen Buchrrücken angebracht, muss also ganz gut sein.
Es ist ein Buch, bei dem man gar nicht mehr aufhören kann. Es hat mich mitgenommen, ich habe Hazel in ihrem Alltag begleitet, ihre Gedanken und Gefühle miterlebt. John Green schreibt zum einen nachdenklich und man hat Mitleid mit dieser jungen Frau, doch im gleichen Moment muss man Schmunzeln und merkt gar nicht, wie bizarr die ganze Sache ist. Hazel beschreibt ihren Krebs z. B. so: Mit dreizehn die Diagnose Schilddrüsenkrebs, Stadium IV. (Ich erzählte ihm nicht, dass die Diagnose genau drei Monate nach meiner ersten Periode kam. So in etwa: Herzlichen Glückwunsch! Du bist eine Frau. Und jetzt stirb.) Der Krebs sei unheilbar, sagte man uns.
Ich möchte nachfolgend noch zwei Textstellen aufführen, die ich sehr berührend fand:

Hazel saß in einem Einkaufscenter und las.
„Ich war so gut wie am Ende, als ein kleines Mädchen mit Zöpfen und Haarspangen vor mir auftauchte und mich fragte: „Was hast du da in der Nase?“
Und ich sagte: „Das ist ein Sauerstoffschlauch. Der versorgt mich mit Sauerstoff und hilft mir beim Atmen.“ Im nächsten Moment war ihre Mutter da und rief mahnend: „Jackie“, aber ich sagte: „Nein, nein, schon gut“,  weil es überhaupt kein Problem für mich war, und Jackie fragte: „Kann es mir auch beim Atmen helfen?“
„Ich weiß es nicht“, sagte ich. „Probieren wir es aus.“ Ich nahm den Schlauch ab und ließ Jackie sich die beiden Stöpsel in die Nase stecken und atmen. „Es kitzelt“, sagte sie.
„Ja, oder?“
„Ich glaube, ich kann schon besser atmen“, sagte sie.
„Wirklich?“
„Ja.“
„Ich wünschte, ich könnte dir meinen Sauerstoffschlauch schenken“, sagte ich, „aber ich brauche wirklich seine Hilfe.“ Ich spürte den Sauerstoffmangel bereits. Ich konzentrierte mich aufs Atmen, bis Jackie mir die Schläuche zurückgab. Dann wischte ich einmal kurz mit dem T-Shirt darüber, flocht mir die Schläuche hinter die Ohren und steckte mir die Stöpsel in die Nasenllöcher.
„Danke, dass ich probieren durfte.“, sagte sie.
„Gern geschehen.“
„Jackie“, sagte ihre Mutter wieder, und diesmal ließ ich sie gehen.“

Nachts schläft sie immer mit einem Gerät namens BiPAP.
Das BiPAP nahm mir die Kontrolle über das Atmen ab, was extrem unangenehm war, aber das Schöne waren die Geräusche, die es dabei machte: bei jedem Einatmen rumpelte es, und es zischte, wenn ich ausatmete. Ich fand, dass es wie ein Drache klang, der im gleichen Rhythmus atmete wie ich, als hätte ich einen zahmen Drachen, der sich neben mir eingekuschelt hattte und dem so viel an mir lag, dass er seinen Atem auf meinen einstellte. Daran dachte ich, als ich einschlief.

Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen, lest es und ihr werdet genauso sprachlos und berührt sein. Ich lebe immer noch in der Welt von Hazel, obwohl ich schon ein ganz anderes Buch lese.
Ich spiele auch mit dem Gedanken mir das Buch privat zuzulegen.
John Green, great job!

Extrem laut und unglaublich nah


Ich hätte nie gedacht, dass man dieses Buch verfilmen kann und war auch sehr überrascht, als ich gelesen habe, dass es passieren soll.
Und nun habe ich mir die DVD zugelegt, lecker Tee gekocht, mich ins Bett eingemummelt und: Film ab!
Ich bin begeistert, Gänsehaut, Tränen, Freude, Traurigkeit, alles wechselte sich ab. Sie haben das Buch gut getroffen, und ich glaube ich werde es nochmal lesen, denn es ist schon ein bisschen her.
Empfehlenswert! (Beides!)

Es regnet, es regnet

Es ist Herbst!
Ich kann mich in eine Ecke kuscheln und Bücher lesen, kann draußen die Wolken vorbeiziehen sehen und überlegen, was sie wohl darstellen oder ob sie sich wie Watte anfühlen.
Ich kann aber auch zwei Tage nach Hamburg fahren und die ganze Zeit dem stetigen Regen zuschauen. Ich mag die Stadt wirklich, und mir ist auch bewusst, dass man da oben mit Regen rechnen muss, aber so viel? Das ist wirklich nicht nett. Daher ist mein Souvenir so hier ausgefallen:

Man soll ja ein wenig positiv durch die Welt gehen.
Durch die frühe Abreise konnte ich mir dann aber kräftig den Magen vollschlagen und danach gemütlich „Wetten dass..?“ schauen. Ich hoffe, dass sie das Durcheinander (teilweise) noch in den Griff kriegen und der liebe Herr Lanz soll doch bei den Wetten bitte nicht immer dazwischen quatschen. Das irritiert nicht nur die Kandidaten, sondern auch die Zuschauer. Aber sonst: mal was anderes.
Und zu guter Letzt habe ich noch einen netten Kinderchor entdeckt, der Anzuschauen wirklich zu empfehlen ist. Der PS22 Chorus aus New York:

Rezension: „Die Landkarte der Liebe“ von Lucy Clarke

Katie und Mia, zwei Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Katie (die Ältere) war besonnen, hatte Ziele, einen erfolgreichen Job, einen Verlobten an ihrer Seite. Mia ist wild, spontan, weiß nicht so recht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Sie entschließt sich mit ihrem besten Freund Finn durch die Welt zu tingeln. Für die in London lebende Katie wäre das nichts, aber sie lässt ihre Schwester ziehen, haben sie sich doch gerade erst nach dem Tod der Mutter eine gemeinsame Wohnung geleistet. Doch Mia wird von dieser Reise nicht wiederkommen. Eines Nachts wird Katie vom Telefon aufgeschreckt, Mia wurde tot aufgefunden, sie sei von einer Klippe auf Bali gesprungen. Selbstmord? Katie konnte es nicht glauben. Und warum auf Bali?
In Mias Sachen findet Katie das Reisetagebuch. Sie beschließt an die Orte zu reisen, die auch Mia besucht hat und hofft damit Stück für Stück Licht ins Dunkel zu bringen.
Auf der Reise lernt sie viel über sich selbst, über Mia, über ihre Gefühle und Gedanken. Die Tour wird nicht einfach, Katie ist auf einmal ein ganz anderer Mensch. Sie begibt sich auf die Spuren ihrer Familie und findet dabei zu sich selbst.
Man konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen. Immer wieder gab es Wendungen, die man so nicht erwartet hatte und man musste einfach weiterlesen. Die einzelnen Kapitel erzählen abwechselnd die Geschichte von Katie, was sie auf den Spuren ihrer Schwester entdeckt, und Mia, ein Jahr zuvor. Manchmal hätte ich mir noch eine Landkarte (wenn das Buch schon so heißt) gewünscht, das wäre irgendwie passend gewesen.

Mich hat das Buch sehr berührt. Es regt zum Nachdenken an und es entführt in eine andere Welt. Es zeigt auch, wie wichtig die Familie ist und auch die Ehrlichkeit, die in ihr herrschen sollte.
Fazit: Ein sehr schönes Buch, das ans Herz geht und einen auch nach der letzen Seite noch zum Nachdenken bewegen kann.