kriechen

Du hast Spaß, lachst und bist unter Freunden.
Du ignorierst das Grummeln im Bauch.
Du merkst es erst, als es schon zu spät ist.
Du lachst weiter, du machst weiter.
Die Fassade bröckelt.
Von Innen kriecht etwas heran, erst der Magen. Du hast keinen Hunger mehr, der Appetit ist dir vergangen. Wie immer.
Du konzentrierst dich.
Du willst nicht, dass es überhand nimmt.
Doch es kriecht weiter. Unaufhörlich.
Du fühlst dich unwohler, du bezahlst.
Du lachst noch einmal, siehst die anderen weiterziehen.
Du gehst durch die dunklen Straßen, du könntest rennen.
Die Nägel bohren sich in die Haut. Du versuchst den Schmerz abzulenken. Doch es kriecht weiter.
Du läufst schneller, steckst endlich den Schlüssel ins Schloss. Bist in der Wohnung, genießt die Stille, doch dein Kopf führt weiter Monologe.
Du ziehst dich um, gehst ins Bad. Im Spiegel steht dir eine fremde Person gegenüber. Ausgezehrt, blass.
Du wendest den Blick ab und gehst ins Bett.
Der Kopf berührt das Kissen.
Und wieder hoffst du, es geht vorbei.

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