Wie erklärt man, dass es Krankheiten im Kopf gibt?
Oder anders: Wie erklärt man einer Person, die partout nichts davon wissen will, dass es Krankheiten im Kopf gibt?

„Ich beobachte eine Weile die Menschen, die an mir vorübergehen und mir kaum Beachtung schenken. Es sind alte Menschen und Kranke, manchmal auch ein Jogger oder ein Fahrradfahrer. Ich betrachte ihre Gesichter, wenn ihr Blick mich streift, und frage mich, wie schon oft, ob es besser ist, wenn ein Leiden offensichtlich, wenn es sichtbar ist. Wenn ein Leiden eine Wunde bedeutet, die genäht und versorgt, gepflastert und eingecremt wird, und wenn diese Versorgung ein Zeichen des nahenden Heilungsprozesses bedeutet. Einen Verband um den Kopf bräuchte ich, einen riesigen Verband um meinen Kopf, der allen davon erzählt, dass dieser Kopf, dass dieses Gehirn verwundet wurde. Dass es jetzt gepflegt werden muss, dass es heilen muss und dass sich schon jemand darum kümmern wird, ganz sicher.“
– aus „Drüberleben“ von Kathrin Weßling

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5 Kommentare zu “

      • schön, dass meine Empfehlung geholfen hat. :) Vielleicht wirst du ja auch „Addition“ mögen bzw. die deutsche Ausgabe heißt „Tausend kleine Schritte“. Da geht’s auch um eine psychische Erkrankung, aber auch das Buch ist nicht so ein typisches Buch über solche Krankheiten.

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