Schatten

Aus einem familiären Anlass sind wir heute in ein Restaurant gegangen.
Schon vorher machte ich mir Gedanken. Die Enge, der Geruch, der Alkohol, die aufgesetzte glückliche Stimmung.
Wir machten uns auf, es ist ja nur die Straße entlang. Auf den Parkplatz fuhr ein VW-Bus, voll mit Geburtstagsgästen.
Wir hatten unseren Stammplatz, die Bestellung wird aufgenommen, bei fast allen das Gleiche, wie immer.
Es war voll, jeder Platz besetzt. Überall Gläser, in klein und groß, mit Alkohol.
Ich riss mich zusammen, so gut ich konnte.
Zwischen dem Salat und den überbackenen Reisnudeln hielt ich mir für eine Minute die Ohren zu.
Die laute Geräuschkullisse wurde leiser, die Gespräche dumpfer. Ich sah die Leute reden, beobachtete ihre Mimik und Gestik, alles war ein wenig friedlicher. Ich nahm die Finger wieder von den Ohren, die Lautstärke rauschte mir entgegen.
Das Essen war lecker, ich versank darin. Und hoffte bald nach Hause zu kommen. Die blanke Angst stieg wieder in mir hoch, ich schluckte die Panik mit dem Essen runter.
Ein Junge saß weiter hinten mit großen weißen Kopfhörern. Die hätte ich auch gerne.
Irgendwann gab es endlich die Rechnung, dann noch einen Kinderschnapps leckeren Saft.
Zuhause angekommen sind alle zu lustig drauf. Die Nacht wird nicht angenehm, die Gedanken werden kreisen. Und die Kneipe nebenan feiert Oktoberfest.

Es ist nicht leicht einfach über seinen Schatten zu springen. Die Bilder sind einfach immer da.

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