Stillstand?!

Was ist das? Auf einmal denke ich, alles um mich herum dreht sich, nur ich stehe still. Ich habe in letzter Zeit sehr oft auf das vergangene Jahr geschaut. Es war ein schönes Jahr, es war ein aufregendes Jahr. Es war aufregend im positiven und negativem Sinne. Ein Umzug war dabei. Meine Ausbilderin verstand nicht, als ich heute sagte, ich lebe mich so langsam ein. Ich werde mich hier nie einleben. Es ist einfach nicht mein Zuhause. Meine Wohnung gefällt mir zwar mittlerweile und ich freue mich darauf endlich „nach Hause“ zu kommen, aber es ist und wird nie mein Zuhause sein. Ich bin stiller geworden, im Laufe des Jahres. Am Anfang habe ich noch viel erzählt, wollte mich mitteilen, wollte mich zeigen. Ich glaube, es war nicht zu meinem Gunsten. Es ging nach hinten los. Ich ziehe mich noch mehr zurück, teile mich nur noch notgedrungen und bei Leuten, die mir sehr am Herzen liegen, mit. Auch das wird nach hinten losgehen. Ich merke es, mir hört man (gerade dann, wenn es mir wichtig ist) nicht mehr richtig zu und wird manchmal nur mit einem „Mh? Was hast du gesagt?“ abgetan. Das tut weh. Sehr sogar. Ich ziehe mich weiter zurück, habe das Gefühl mein Schneckenhaus immer mit mir mitzutragen, damit ich mich ganz schnell darin verkriechen kann. Ich habe im vergangenen Jahr gelernt, was Zuhause bedeutet. Es bedeutet mir mehr, als je zuvor. Mit der Erfahrung jetzt, wäre ich vor einem Jahr nicht weggegangen.  Was ich aus dem letzten Jahr mitnehmen werde: die Erfahrung selbstständig, relativ allein einen Monat lang im Ausland zu verbringen. Ich würde es jeder Zeit wieder machen und ich lege es jedem Nahe, der über den Tellerrand schauen will. Komischerweise hatte ich in Schweden nie großes Heimweh, ich habe mich wohler gefühlt, als die ganze Zeit davor. Das ist das positivste in diesem Jahr. Negative Dinge habe ich viele (kennen)gelernt. Ich lernte mit Verlust umzugehen, ich lernte alleine zu sein, ich lernte, was es bedeutet einsam zu sein. Ich hab viele Tritte in den Magen bekommen, ich war oft traurig, verzweifelt, gestimmt. Aber ich ließ es mir nicht anmerken. Nach außen, war ich meistens stark. Bin ich immer noch. Ich zeige nicht, wie es in mir aussieht. Das soll keiner mehr wissen. Es interessiert keinen. Auch wenn sich einige daran interessieren, der Mensch bleibt egoistisch. Das sind meine Worte zum letzten Jahr. Die die mir gerade eingefallen sind. Ein Jahr.

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4 Kommentare zu “Stillstand?!

  1. Ich würde dich gerade einfach nur total gerne in den Arm nehmen.

    Aber weißt du, was ich glaube? Das viele Menschen sich so fühlen, die wenigsten es sich aber eingestehen können. Die meisten scheinen zu verdrängen oder abzutöten was in ihnen ist statt sich mit sich selbst zu beschäftigen.
    Es ist schade, dass du so weit weg bist bzw. Deutschland so unendlich groß! Denn ansonsten würde ich mich gerne einmal mit dir treffen. Leider kann ich dir so nur das unbefriedigende Angebot machen, dass du mir jederzeit schreiben kannst, wenn du zu viel grübelst und einfach nur so! Manchmal hilft es, manchmal ist es einfacher eben gerade weil der andere so weit weg ist.

    Eins möchte ich noch sagen: ich habe in den letzten drei Jahren viele Dinge verfolgt, die du getan hast. Und ich finde, dass du ein ganz toller Mensch bist und eine sehr willkommene und angenehme Abwechslung zu den meisten Menschen!

    • Danke für das Angebot :)
      Es ist irgendwie immer schwer, sich was vorzunehmen und dann fällt man doch wieder in sein altes Muster. Eigentlich fies, oder?
      3 Jahre schon?
      Ich danke dir für deine Worte, ich glaub das braucht man einfach mal. Danke :)

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